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Der Antikommunist John Bolton und die neostalinistisch orientierte Terrororganisation der iranischen Volksmudschahedin

Ginge es nach dem Antikommunisten John Bolton, hätte er bereits Ende 2019 zusammen mit einer neostalinistisch ausgerichteten Terrororganisation in Teheran die Beseitigung der Islamischen Republik Iran gefeiert. Das ist noch viel kranker, als man auf den ersten Blick vermutet.

Zu Beginn noch an der Revolution gegen den Schah beteiligt, mußten die iranischen Volksmudschahedin relativ schnell fliehen, denn für Marxisten war/ist in der Islamischen Republik Iran (wie auch in Amerika, der BRD, ...) kein Platz. Zumindest solange es nicht nach den Feierlaunen eines John Bolton geht. Ein Großteil der iranischen Volksmudschahedin floh während der Revolution -der Iran/Irak-Krieg hatte bereits begonnen- zum mit ihnen nicht nur ideologisch verwandten irakischen Diktator. Saddam Hussain kamen die iranische Volksmudschahedin wie gerufen. Er hat sie in ein eigens errichtetes Lager (Camp Aschraf) verfrachtet und dort (sowie in kleineren Außenlagern) zu einer mehrere Tausend Mann/Frau starken Spezialtruppe (eigene Artillerie, eigene Panzer, ...) aufgebaut.

Wer jetzt glaubt, die iranische Volkmudschahedin hätte gegen den Iran gekämpft, liegt (fast) völlig falsch. Saddams 5-te Kolonne hat zwar zahlreiche Terroranschläge im Iran verübt und Aufklärungsarbeit für die irakische Armee geleistet, aber seine ihm besonders treu ergebenen, da seiner Gnade unmittelbar ausgelieferten iranischen Gehilfen waren für Saddam Hussain viel zu wertvoll, um sie im Krieg gegen den Iran zu verheizen. Stattdessen durften die iranischen Volksmudschahedin im Auftrag des Diktators die Laune innerhalb des Irak aufrecht erhalten und "besondere Aufgaben" übernehmen. Einen "kleinen Totenkopf mit Eichenlaub" haben sich die Sondereinheiten bei Saddams Ausrottungsaktionen gegen die Kurden, einen weiteren bei der Niederschlagung von Aufständen nach dem Golfkrieg Bush seniors verdient.

Die iranischen Volkmudschahedin kämpften nur vereinzelt und kurz vor Kriegende an der Front. Nicht der Rede wert, außer einer letzten, extrem provokativen Aktion nach dem offiziellen Ende der Feindseligkeiten. Seit der bedingungslosen Annahme der UN-Resolution 598 durch den Iran am 08.07.1988 schwiegen im Iran/Irak-Krieg auf beiden Seiten "endgültig" die Waffen, bis Saddams 5. Kolonne als eigene, quasi an keine Resolution gebundene "Kriegspartei" 7 Tage nach Kriegsende in eine Zugabe geschickt wurde. Drei Tage später waren 1263 Volksmudschahedin tot oder verwundet, 612 Fahrzeuge und 72 Panzer oder gepanzerte Fahrzeuge vernichtet (bei den Volksmudschahedin hat Wikipedia mitgezählt). Auf iranischer Seite gab es ca. 55.000 Opfer, denn die irakische Armee hat der Aktion zu Beginn mit ein "wenig" Luftunterstützung (ca. 530 Luftangriffe) und dem massiven Einsatz von Nervengas nachgeholfen. Diese "allerletzte" Offensive nach dem Ende des 8-jährigen Krieges hat die Volksmudschahedin im gesamten Iran besonders beliebt gemacht und zur Folge, daß die Gefängnisse gesäubert und alle inhaftierten Mitglieder dieser "Widerstandsgruppe" hingerichtet wurden. Was in den "Hintergrundberichten" der Lügenpresse oft fehlt, ist der Hintergrund.

Auf welches Land kommt man in Europa als erstes, wenn Giftgas entsorgt werden muß? Oder eine besonders toxische Terrororganisation, die man nicht einmal bei den größten Feinden des Iran los wird, obwohl im Nahen Osten normalerweise jede Terrororganisation "recycelt" werden kann: Richtig, auf das ärmste Land Europas, Albanien. Um zu vermeiden, daß Saddams Sondereinheiten nach dem Sturz des Diktators einer Bestrafung durch den Irak "zum Opfer" fallen, wurde Camp Aschraf aus dem Südirak in die Nähe Tiranas verlegt. Dort wird Saddams Mörderbrut -sehr zur Freude von John Bolton- mittlerweile in der nächsten Generation warmgehalten und wartet auf neue Aufträge.

In der BRD fallen Anhänger oder Sympathisanten Saddams ehemaliger Mordkommandos vor allem dadurch auf, daß sie in Vereinen mit so schönen Namen wie "Menschenrechtszentrum für Exiliranerinnen e. V., Düsseldorf", "Menschenrechtszentrum für Migranten e. V., Aachen", "Hilfswerk für Menschenrechte im Iran e. V., Dortmund", "Verein für Menschen und Freiheit e. V., Troisdorf", "Verein für Hoffnung der Zukunft e. V., Berlin." etc. organisiert sind und mit Bildchen ihrer Hinrichtungen Unterschriften gegen Menschenrechtsverstöße sammeln. Nach der Logik der "Terrorfahnder" müßte man erwarten, daß wie für andere marxistische Gruppen (zB. PKK und Ableger ...) sowohl die (Tarn)Organisationen als auch generell jede Betätigung verboten sind. Zu glauben, eine Unterschrift für die Einhaltung der Menschenrechte sei immer richtig, ist naiv. Eine gutgemeinte Unterschrift für die Menschenrechte kann sehr schnell eine Unterschrift für Menschenrechte im Sinne John Boltons bzw. der ehemaligen Mordkommandos Saddam Hussains werden. Die Unterschriftennummer funktioniert wie der "Gefällt mir" Button bei Facebook: Mit jedem Klick wird der Zuckerberg höher, und mit jeder Unterschrift erhöht die neostalinistisch organisierte Terrororganisation ihren Wert für "Demokratie- und Menschenrechtsexperten" wie John Bolton. Aus den Lagern oder Vereinen der "Menschenrechtsaktivisten" auszusteigen ist schwierig, denn die Volksmudschahedin kümmern sich auch um abtrünnige Mitglieder.

Die Wert der "iranischen PKK" (einzige Gemeinsamkeit beider Gruppen ist der Marxismus, aufeinander losgelassen dürften beide Gruppen Todfeinde sein) reicht locker aus (vor 20 Jahren geschätzte 500 Mio. US-Dollar), um zB. den Europawahlkampf 2014 der antieuropäischen VOX-Partei Spaniens mit 800.000 Euro zu 80 % zu finanzieren. Für eine so bizarre "Koalition" wie die iranischer Marxisten mit Spaniens Rechtsaußen (kauft die Partei doch ganz!) lohnt sich eine Unterschrift auch jenseits der "Menschenrechte". Daß für die nette kleine Erstattung der Wahlkampfspesen keine Gegenleistung existiert, ist ebenfalls naiv, denn grundsätzlich gilt für "höhere" Lebewesen: Umsonst abgezogen wird nur der Geldesel. Besonders widerlich: In der BRD finden sich die Unterstützer der "iranischen PKK" sogar unter den Systemparteien des deutschen Bundestages.

Das "Unternehmernetzwerk" Volksmudschahedin feiert seine Erfolge vor allem in Europa und Afrika, denn im Nahe Osten ist der stalinistisch organisierte Kult auf allen Seiten extrem unbeliebt und so gut wie abgemeldet. Selbst die deutsche Lügenpresse hat nichts Positives über die Volksmudschahedin zu vermelden. Sollte John Boltons irrer Traum von einer Herrschaft dieser Terrororganisation im Iran Realität werden, ist der nächste Feind John Boltons klar.

Ob gelb, ob grün, ob rot, ob braun, stets die Bürger in die Röhre schaun!

Stand: 31.07.20